Ernaehrungsmedizin


 

 

 

 

Ernährungsmedizin                                                                                                                                        

 

 

Man kann sagen, daß in den Anfängen der Medizin jeder Arzt/Mediziner/Heiler auch immer ein guter Koch war, oder zumindestens um die Bedeutung der Nahrung für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit wusste. Das ergibt sich schon aus der einfachen Tatsache, daß die moderne Pharmaindustrie noch nicht existierte, so daß der Mediziner sich mit der Heilkraft von Pflanzen und der Wirkung von Nahrungsmitteln auf unsere Gesundheit auskennen mußte. Es gab nichts anderes - man musste nehmen, was die Natur anbot.

Nicht von ungefähr tragen die Köche der heutigen Zeit die gleichen Kopfbedeckungen wie die Chirurgen des Mittelalters - und nicht zufällig lässt sich der Begriff "Restaurant" zurückführen auf restaurieren > wiederherstellen, ausbessern, sich erholen oder auch einfach "durch Nahrungsmittel seine Kräfte wiederherstellen". 

Mit dem Zeitalter der Industrialisierung begann ein Großteil der Menschen sich falsch und ungesund zu ernähren > zu viel Fleisch, zu viel Fett, zu viel Weißmehl, zu viel Zucker und Genussmittel.

So entstand bereits um 1900 herum die Bewegung der Lebensreformer, die ein Umdenken propagierten und größtenteils Anhänger des Vegetarismus waren. Diese Ernährungsreformer fanden zu jener Zeit besonders großen Zulauf im Bildungsbürgertum.

Naturheilkundler wie z.B. Theodor Hahn (1824-1883) gehörten zu den ersten Befürwortern des Vollkornbrotes und Sebastian Kneipp betonte den Wert einfacher, möglichst unbehandelter Nahrungsmittel. Kneipp bezeichnete zu fein gemahlenes Mehl sogar als Kunstmehl.

Der Schweizer Arzt Maximilian Bircher-Benner (1867-1939) gilt dann als Erfinder des Müsli und damit als eigentlicher Pionier der Vollwertkost. In seiner Ernährungslehre stand die pflanzliche Kost im Mittelpunkt. Er sprach damals noch von der sogenannten "Sonnenlichtnahrung".

Erst 1942 publizierte dann der Bakteriologe und Hygieniker Werner Kollath (1892-1970) das erste Buch, das sich mit dem Ernährungskonzept der Vollwertkost beschäftigte ("Die Ordnung unserer Nahrung"). Er unterteilte die Wertigkeit von Lebensmitteln in verschiedene Stufen. So unterschied er zwischen "lebender" und "toter" Nahrung. Je frischer und unbehandelter die Nahrung, desto höher ihre Wertstufe.

 

Heute definiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE gegr.1953) den Begriff der Vollwertkost wie folgt:

 

"Eine Kost gilt dann als vollwertig, wenn sie alle nötigen Nährstoffe in ausreichender Menge, im richtigen Verhältnis und in der richtigen Form enthält."

 

 

Heute liegen die Schwerpunkte der Ernährungsmedizin hauptsächlich in der Behandlung ernährungsabhängiger Krankheiten wie Diabetes, Gicht, Adipositas etc. Die positive Beeinflussung solcher Krankheiten durch die Diätetik und die Aufklärung um die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit des Menschen im Allgemeinen sind die Aufgaben des modernen Ernährungsmediziners.

 

 

 

 

                                         Prof.Dr. Kollath   Dr. Bircher-Benner  Pfarrer Kneipp  Theodor Hahn 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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