Energiebilanz


 

 

 

Energiebilanz                   

 

 

 

Unter der Energiebilanz verstehen wir - in Bezug auf die menschliche Ernährung - das Verhältnis von Energiezufuhr über die aufgenommene Nahrung und den Energiebedarf, der sich aus dem Grund- u. Leistungsumsatz der betreffenden Person errechnen läßt.

 

Führen wir mehr Energie (Nahrung) zu als verbraucht wird, so sprechen wir von einer positiven Energiebilanz. Führen wir weniger Energie zu als verbraucht wird, so sprechen wir in logischer Konsequenz von einer negativen Energiebilanz.

 

Die Energiebilanz hat natürlicherweise einen direkten Einfluß auf das Körpergewicht der betreffenden Person. So speichert denn bei dauerhaft positiver Energiebilanz der Körper das Zuviel an aufgenommener Nahrung/Energie in seinen Fettdepots. Überschreitet der Energieverbrauch im Fall der negativen Energiebilanz hingegen die aufgenommene Menge an Nahrung/Energie, so muß der Körper seinen Reserven angreifen, wodurch eine Gewichtsreduktion erreicht wird. Hierbei werden aber nicht nur die Fettdepots verbraucht, sondern auch die Muskulatur. So muß also sehr gut durchdacht werden, wieweit man die Nahrungsaufnahme zur Gewichtsreduktion verkleinert, denn neben dem möglichen (und ja meist ungewollten) Verlust an Muskelmasse, stellt der Körper sich möglicherweise bei zu radikaler Umstellung auch sehr schnell auf die Veränderung ein, indem er den eigenen Grundumsatz verkleinert.

 

Kommt es dann beispielsweise zu einer Rückkehr zu alten Eßgewohnheiten, muss die betreffende Person mit einer noch größeren Gewichtszunahme rechnen, als es vor der Umstellung der Fall war. (Jo-Jo-Effekt)

 

Es ist also wichtig den entsprechenden Energiebedarf so zu errechnen, daß es zu einer Gewichtsreduktion kommt, ohne daß die eben genannten negativen Folgen eintreten. 

 

 

 

 

Grundumsatz + Leistungsumsatz = tatsächlicher Energiebedarf

 

 

Unter dem Grundumsatz verstehen wir die vom Körper benötigte Energiemenge bei völliger Ruhe und 20° Umgebungstemperatur. Der Grundumsatz erhält sämtliche lebenswichtigen Funktionen des Körpers aufrecht > Körpertemperatur (Thermoregulation), Herzschlag, Atmung etc.

Wir Menschen zählen zu den homoiothermen Säugetieren, d.h. wir regulieren unsere Körpertemperatur selbst, um sämtliche Organe mit hohem Energieumsatz wie Herz, Leber, Nieren und Gehirn optimal zu versorgen. Wichtige - diese Organe versorgende - Stoffwechselreaktionen sind stark temperaturabhängig. Die Konstanz der Körperkerntemperatur ist für uns also von entscheidender Bedeutung. Da die Körperkerntemperatur meist oberhalb der Umgebungstemperatur liegt, gibt der Körper Energie an die Umgebung ab, die wiederum durch den Abbau energiereicher Stoffe aus der Nahrung in den Zellen ersetzt wird. Hierfür benötigen die Zellen außer den Nährstoffen auch Sauerstoff. Die Stoffwechselaktivität erzeugt also unsere gleichbleibende Körpertemperatur von innen (=endothermer Organismus im Gegensatz zu den z.B. ektothermen Reptilien). Deshalb wird unsere Körperschale auch bei Kälte weniger durchblutet, um so den Temperaturunterschied zu verkleinern und den Energieverlust zu drosseln. Die Unabhängigkeit unserer Betriebstemperatur von den Umgebungsumständen sichert bzw. vergrößert unsere Lebenschancen auch in kalten Regionen wie z.B. der Arktis und garantiert somit die Erhaltung der Art.

 

Im Durchschnitt beträgt der Grundumsatz bei Erwachsenen zwischen 60 u. 70% der gesamten benötigten Energie.

 

 

Der Grundumsatz errechnet sich aus:

Größe/Gewicht/Alter/Geschlecht/Körperzusammensetzung

Ab 30 Jahre sinkt er um etwa 3% je Jahrzehnt.

Frauen      Kg x 24 x 0,9

Männer     Kg x 24

 

Eine von mir gerne verwendete weitere Formel zur Errechnung des (idealen) Grundumsatzes lautet wie folgt:

Größe - 100 - 10% x 24

 

 

 

Der tatsächliche Energiebedarf errechnet sich aus dem Grund- u. Leistungsumsatz der betreffenden Person. Hier kann man sich als einfache Formel folgende Regel merken. Je nach Schweregrad der täglichen Aktivität wird der errechnete Grundumsatz mit dem sogenannten Aktivitätsfaktor multipliziert. Dieser Aktivitätsfaktor bewegt sich in der Größenordnung zwischen 1,2 u. 1,9.

 

 

Beispieltabelle bei einem Grundumsatz von 2000kcal:

 

Tätigkeit                 GU          Aktivitätsfaktor          Energiebedarf

sehr leicht            2000                   1,2                             2400

normal                  2000                   1,3                             2600

mäßig aktiv          2000                   1,4                             2800

aktiv                      2000                   1,6                             3200

sehr aktiv             2000                   1,9                             3800

 

 

 

 

Wenn Sie mithilfe der Tabelle den tatsächlichen Energiebedarf errechnet haben, so achten Sie bei der Auswahl - der für Sie in einer Diät infrage kommenden Lebensmittel - verstärkt auf die Nährstoffdichte, damit es bei Reduzierung der aufgenommenen Nahrungsmenge möglichst zu keinerlei Nährstoffmangel kommt.