Diäten im Überblick


 

 

 

 

 

 

Diäten im Überblick

 

 

 

Etwa 90% der Menschen, die sich zu einer Diät entschließen, nehmen im Anschluss daran wieder zu. Das liegt ganz einfach daran, daß man meist zu den alten - vorher jahrelang eingespielten - Ernährungsgewohnheiten zurückkehrt.

Der Körper, der sich während vieler Diäten auf Notration gesetzt fühlt, hat sich während der Zeit des Darbens auf die verminderte Nahrungszufuhr eingestellt, und fährt nun den Organismus mit geringerem Energieverbrauch. So kommt es denn bei Rückfall in alte Gewohnheiten auch noch zu dem Problem schnellerer Gewichtszunahme. Der Jojo-Effekt ist also das Resultat eines vermindertem Grundumsatzes und der Reaktion des Körpers nach "Notzeiten" noch schneller Energiereserven für eventuell wiederkehrende Zeiten geringer Nahrungsaufnahme als Körperfett zu speichern.

Unser Organismus kann eben nicht zwischen freiwilligem und erzwungenem Nahrungsmittelmangel unterscheiden!

Es gibt Diäten, die schnelle Erfolge erzielen, aber diesen Mechanismus nahezu zwingend nach sich ziehen und von daher schon aus diesem Grunde nicht empfehlenswert sind. Zumeist handelt es sich auch um sehr einseitige Diäten mit entsprechender Unterversorgung wichtiger Inhaltsstoffe. Dies Diäten werden im Folgenden mit einem negativ (-) gekennzeichnet. Diäten, die auch langfristig durchführbar sind ohne daß es dem Körper an lebenswichtigen Inhaltsstoffen mangelt, und die zudem für eine bewußte Umstellung der Ernährung insgesamt förderlich sein können, werden im Folgenden positiv (+) gekennzeichnet.

Die Anzahl verschiedenster Diäten ist fast unüberschaubar. Unzählige Bücher behandeln ihre Abläufe und bestimmte Zeitschriften berichten im Dauertakt über ständig neu auftauchende "Wunder-Diäten", um die eigenen Auflagezahlen zu erhöhen.

 

 

 

 

Wir werden hier einige der bekanntesten Diäten ohne Anspruch auf Vollzähligkeit auflisten und kurz beschreiben:

 

 

  • Atkins-Diät - Sie dürfen Fett und Eiweiß in unbegrenzter Menge zu sich nehmen; Kohlenhydrate sind so gut wie nicht erlaubt; sehr einseitige Ernährung mit grossen Versorgungsdefiziten durch Mangel an Obst, Gemüse und Getreideprodukten. Nicht empfehlenswert bis gesundheitsgefährdend! negativ -
  • Mayo-Diät - sehr eiweißreiche Diät; 1000-1500kcal aus Eiweiß und Kohlenhydraten; mind. die Hälfte Eiweiße; Cholesterinspiegel kann sich erhöhen! Nicht zu empfehlen, da keine sinnvolle Umstellung! negativ -
  • Brigitte-Diät - ausgewogene Mischkost mit allen wertvollen Inhaltsstoffen; nervige Kalorienzählerei, sonst empfehlenswert! positiv +
  • Haysche Trennkost - hier werden Kohlenhydrate und Eiweiße nicht innerhalb einer Mahlzeit gleichzeitig aufgenommen; heut geht man davon aus, daß dies keinen positiven Effekt innerhalb der Verdauung mit sich bringt; da die Haysche Trennkost aber zudem einen großen Wert auf eine frische, wenig verarbeitete, möglichst naturbelassene und ausgewogene Mischkost mit 80% basenbildenden Nährstoffen legt, ist sie zumindestens in leicht modifizierter Form empfehlenswert! positiv +
  • Fit for Life-Diät - 70% Obst + Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und einige Milchprodukte; es fehlen einige wichtige Nährstoffquellen wie beispielsweise das Getreide; kaum Fett und eventuell auftretender Mangel an Calcium machen diese Diät nicht empfehlenswert! negativ - 
  • Kartoffeldiät - es werden verschiedene fettarm zubereitete Kartoffelgerichte verzehrt; dazu sind Gemüse, Obst und einige magere Milchprodukte erlaubt; kein Fett - kein Zucker, aber jeden 3.Tag etwas Fleisch oder Fisch; zeitlich begrenzt als motivierende Unterstützung in eine langfristige Ernährungsumstellung aufgrund der hochwertigen Inhaltsstoffe der Kartoffel empfehlenswert! neutral 
  • Schnitzer-Kost - rein vegetarische Diät, die ab und zu Milch und Eier erlaubt; man ißt fast nur gesunde Kohlenhydrate und viele Ballaststoffe; langfristig kann es zu Eiweiß- und Vit B12-Mangel kommen, so daß auch diese Diät nur eingschränkt empfehlenswert ist! neutral
  • Schroth-Kur - hier werden hauptsächlich trockener Weißwein und alte trockene Semmeln konsumiert, dazu Haferflocken, Buchweizen, Reis, Hirse und Backpflaumen; nur unter ärztlicher Aufsicht in entsprechenden Kliniken durchführen, da sonst eventuell gesundheitsgefährdend; nicht empfehlenswert! negativ -
  • Weight-Watcher-Diät - ausgewogene Mischkost mit Ziel der langfristigen Ernährungsumstellung; wenig Fett; die Gruppendynamik bzw. das damit verbundene Vorzeigen von Erfolgen kann motivierend sein! positiv +
  • "Ich nehme ab"-Diät - Diät der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die auf gesunde ausgewogene fettarme Mischkost im Sinne einer langfristigen Ernährungsumstellung abzielt; arbeitet mit Bausteintabelle und ist für Gruppen gedacht! positiv +
  • Gemüsediät - soviel Gemüse man möchte; teilweise roh für die entsprechende Vitaminversorgung; in 2 Wochen bis 6kg Gewichtsverlust; auf Dauer fehlen wichtige Fette und Eiweiße, aber als Einstieg in eine sinnvolle Gesamtumstellung akzeptabel! neutral
  • Formula-Diät - trinkfertige Mahlzeiten aus Instantpulver; keinerlei Lernprozeß! negativ -          
  • Mono-Diäten - nur Obst, nur Eier, nur Reis o.ä.; eintönig und ungesund! negativ -
  • Fasten - hat uralte Tradition in allen Kulturkreisen und Religionen; mindestens 3 Liter Flüssigkeit und eine Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sollte über Mineralwässer, Kräuter- und Früchtetees angestrebt werden; nur unter Kontrolle bzw. mit guter fachlicher Kenntnis und Vorbereitung wagen! neutral
  • Fasten nach Buchinger - hier sind Obst- und Gemüsesäfte bis ca. 300kcal täglich zu s.o. erlaubt! neutral
  • Franz-Xaver-Mayr-Kur - Kur aus drei Phasen - Teefasten, Milch-Semmel-Diät - Schonkost; nach der Kur wird Vollwertkost angestrebt; an Klinikaufenthalt gebundene Möglichkeit eine Ernährungsumstellung einzuleiten! neutral
  • Dr. Lutz-Diät - sehr eiweißreiche Diät fast ohne Kohlenhydrate, und somit ähnlich der Atkins-Diät nicht empfehlenswert! negativ - 
  • Molke-Trinkkur - Fastenkur, bei der Trinkmolke erlaubt ist, um über die Eiweißzufuhr den Verlust an Muskelgewebe zu beschränken; der Entlastungseffekt des Grundsystems ist dadurch natürlich eingeschränkt; täglich 1-2l Trinkmolke; neutral 
  • Urmedizin nach Chrysotomos - von Franz Konz entwickelte Lebensweise zurück zum Ursprung unserer Vorfahren (den Affen!); 100%ige Rohkosternährung mit Blättern und Kräutern; Fleisch - wenn überhaupt - auch möglichst roh und mit Haut und Haaren!; alles sollte so naturbelassen aufgenommen werden wie Urzeitmenschen es taten; negativ - (fast schon grotesk! ;-)))  

     

 

 

 

 

Ernährungskonzept, das in seinen Grundzügen auf Erkenntnissen und Erfahrungen Kollaths basiert ("Die Ordnung der Nahrung"), wurde

  • Im Folgenden einige alternative Kostformen. Hierbei handelt es sich nicht um zeitlich begrenzte Diäten, sondern unterschiedliche Ernährungsweisen, denen zumeist ein übergeordnetes ethisch-philosophisches Konzept voransteht:

     

    • Vegetarismus - rein pflanzliche Kostform mit Produkten vom Tier - nicht aber das Tier selbst - also Milch, Eier und Honig sind erlaubt, aber kein Fleisch jedweder Art und Form. Ovo-, Lacto- o. Ovo-lacto-vegetarische Form ist möglich.
    • Vegane Ernährung - hier werden auch sämtliche Produkte vom Tier abgelehnt - also rein pflanzlich
    • Anthroposophische Ernährung - eine aus den Lehren von Rudolf Steiner entwickelte Kostform, die nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch die seelisch geistigen Wirkungen der Nahrungsmittel berücksichtigt; so wird denn auch auf die Verwendung von Lebensmitteln aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft und das Beachten jahreszeitlicher Rhythmen grosser Wert gelegt; es handelt sich um eine Art Ovo-lacto-vegetabile Ernährung mit Vollgetreide und viel Obst und Gemüse (auch als Rohkost) im Mittelpunkt ohne generelle Verbote von Fleisch oder Alkohol etc.; der Mensch soll selbst entscheiden worauf er verzichten kann; die Temperamentenlehre - Melacholiker, Phlegmatiker, Choleriker u. Sanguiniker - brauchen bestimmte Nahrungsmittel, die entsprechend gegenwirken; Nachtschattengewächse wie Tomaten und Kartoffeln werden abgelehnt, da sie Denkprozesse und damit die menschliche Entwicklung hemmen sollen
    • Makrobiotik - in seiner radikalsten Form besteht sie zu mindestens 60% aus braunem Naturreis; dazu sind wenig Gemüse, Hülsenfrüchte und Meeresalgen erlaubt; selbst die Trinkmenge ist reguliert. In seiner etwas gelockerten Form sind 1-2x wöchentlich etwas Fisch und Obst, sowie ein paar Nüsse und Samen mehr erlaubt; die Trinkmenge ist erhöht und verschiedene Teesorten gestattet. Und zuguterletzt gibt es noch eine Form in der auch Eier und bis zu 3x wöchentlich Fisch erlaubt sind. Alles stützt sich philosophisch auf den Taoismus und den Ausgleich der Lebenskräfte und damit der Polaritäten Yin und Yang.
    • Rohkost nach Bircher-Benner - der Schweizer Maximilian Otto Bircher- Benner gilt als Vordenker der Rohkostschulen und als Erfinder des Bircher-Benner-Müeslis (kein Schreibfehler!); schonend erhitztes Gemüse und Vollgetreide ist in Maßen erlaubt
    • Vollwerternährung nach Leitzmann - der Begriff Vollwerternährung wurde 1942 erstmal von Prof. Werner Kollath eingeführt; Vollwerternährung hat eine besondere gesundheitliche Qualität sowie gute Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsverträglichkeit und besteht hauptsächlich aus Rohkost und Vollkornprodukten; dieses ganzheitliche  in der sogenannten "Gießener Konzeption" durch neuere ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsergebnisse ergänzt; daraus entwickelte sich die folgende Definition der Vollwert-Ernährung nach Prof. Leitzmann  > "Gießener Formel": 

 

 

"Vollwert-Ernährung ist eine Ernährungsweise, in der ernährungsphysiologisch wertvolle Lebensmittel schmackhaft und abwechslungsreich zubereitet werden. Sie besteht vornehmlich aus pflanzlichen Lebensmitteln - Vollgetreide, Gemüse und Obst, möglichst aus kontrolliertem Anbau - sowie Milch und Milchprodukten.

Etwa die Hälfte der Lebensmittel wird als Frischkost verzehrt; Fleisch und Eier spielen eine untergeordnete Rolle.

Vollwert-Ernährung unterscheidet sich von üblicher Mischkost durch das Vermeiden übertriebener Be- und Verarbeitung der Lebensmittel sowie das Vermeiden von Zusatzstoffen."