diabetesmellitus


 

 

Diabetes Mellitus

 

Es handelt sich um eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, die charakterisiert ist durch einen absoluten oder relativen Insulinmangel und einen damit verbundenen erhöhten Glucosegehalt des Blutes > Hyperglykämie

Mehr als 4 Mio. Deutsche leiden unter der Krankheit...davon 9/10 unter Typ II

 

- Funktion der Bauchspeicheldrüse

- der Blutzuckerspiegel

- DiabetesM. Typ I

- DiabetesM. Typ II

- Ernährung des Diabetikers

 

Die Bauchspeicheldrüse ist unsere Verdauungsdrüse. Sie bildet täglich etwa 1,5l Bauchspeichel/Verdauungssäfte (Proteasen, Lipasen, Amylasen). Als Hormondrüse produziert sie das Insulin und dessen Gegenspieler das Glukagon (B-Zellen > Insulin; A-Zellen > Glukagon)

Insulin > bringt den Zucker in die Zellen und baut Glykogenspeicher auf

Glucagon > erhöht den Blutzuckerspiegel indem es Glykogen abbaut

 

Der Blutzuckerspiegel sollte im Normalfall zwischen 70 - 120mg% liegen (Nüchternblutzuckerwert!)

Liegt der Wert >120mg% sprechen wir von einer Überzuckerung (aber erst über 180mg% ist der Urintest auffällig!)

Leichter Unterzucker 60 - 80mg%

Der Hypoglykämische Schock beginnt bei < 60mg%

Glukose infundieren bei < 40mg%

Einstellung des Diabetikers auf etwa 100 - 140mg%, damit der BZS bei Belastung nicht so schnell absinkt und in die Unterzuckerung führt

 

Typ I ist gekennzeichnet durch den absoluten Insulinmangel. Es wird kein Insulin produziert. Die Nüchternglukose liegt deutlich über 120mg%.Man spricht auch vom juvenilen Typ (können aber auch 50jährige noch bekommen...z.B. nach einer Virusinfektion wie Mumps, Masern, Röteln, Coxsackie oder Grippe)

Häufiges Wasserlassen und ständiger Durst (Polyurie u. Polydypsie) sind typische Erstsymptome (bis hin zur Exikose - stehenden Hautfalten und weichen Augenbulbi)

Gefahr der Mikroangiopathie (Verstopfen der kleinsten Blutgefässe, Kapillaren durch den Zucker in z.B. Augen u. Nieren mit entsprechenden Folgeschäden aufgrund der Unterversorgung mit O2 und Nährstoffen; die Gewebe/Zellen ersticken dann > Netzhautablösung, Nierenerkrankung)

Neuropathien > Handschuh-u.Strumpfförmige Schmerzen/Gefühlsstörungen

 

Typ II ist gekennzeichnet durch einen relativen Insulinmangel, d.h. Insulinausschüttung verlangsamt oder vermindertes Ansprechen der Zellen auf das Hormon. Die Nüchternglukose kann normal sein, aber es gibt einen inadäquaten BZS-Wert nach Belastung (durch zuviel Zucker in der Nahrung)

Ständige abnorme Müdigkeit sowie ev. Juckreiz im Genitalbereich sind hier typische Frühsymptome.

Hier ist die Gefahr der Makroangiopathie grösser, so dass eine Arteriosklerose durchschnittlich 10 Jahre früher auftritt (bis hin zum Gangrän durch kleine unbemerkte Verletzungen z.B. an den Füssen)

 

Der Fett-u. Proteinstoffwechsel ist automatisch mit gestört. Der Zucker muss ja irgendwie im Zellstoffwechsel ersetzt werden. Beim gesteigerten Fettumsatz (ohne die Mithilfe von Kohlenhydraten) kommt es zur Bildung von Ketonkörpern (Azeton). Deshalb spricht man auch vom sogenannten Diabetischen bzw. Ketoazidotischen Koma.

 

Die Ernährung des Diabetikers sollte zunächst einmal aus vielen kleinen geregelten Mahlzeiten bestehen, die energetisch adäquat zusammengestellt sind.  Die grobe Richtung wäre mit der "Mediterranen Küche" am ehesten getroffen. D.h. viele langkettige Kohlenhydrate wie sie in Obst, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchten, (Vollkorn-)Getreideprodukten, Haferflocken, Nudeln, Reis oder natürlich auch Kartoffeln vorkommen. All diese Produkte sind auch reich an löslichen Ballaststoffen (und diese wiederum vermindern zusätzlich die Resorption von kurzkettigen Kohlenhydraten...), Mineralstoffen und Vitaminen.

Der den Proteinbedarf, der einen etwa 10-20%igen Anteil ausmachen sollte, sind magere Milch-u. Fleischprodukte sowie natürlich frischer Fisch empfehlenswert.

Fette sollten in Form kaltgepresster guter Öle (hauptsächlich einfach ungesättigte Fettsäuren > 10%; mehrfach ungesättigte ca. 10%; gesättigte < 10%) die Ernährung bereichern. Hier spielt das Olivenöl sicher eine wichtige Rolle.

Die Verwendung von Kochsalz sollte 6g/tägl. nicht übersteigen.

Die geregelte Kost vieler kleiner Mahlzeiten erleichtert die richtige Einstellung des BZS (insbesondere beim Typ I ). Die energetisch adäquate Zusammensetzung sorgt für eine natürliche Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen (auch die Energieversorgung), ohne den Körper/Stoffwechsel übermässig zu belasten. Zudem besteht die Gefahr, dass die schnell resorbierbaren Kohlenhydrate sich beim Diabetiker in den Kapillaren festsetzen und diese verkleben.

Um eventuelles Übergewicht abzubauen empfehle ich eine Reduktion der Nahrungszufuhr um ca. 500kcal/täglich. Die Gewichtsabnahme sollte etwa 1-2Kilo monatlich nicht überschreiten.

Der übliche Energiebedarf errechnet sich aus der Körpergrösse minus 100 minus 10% (Mann) oder minus 15% (Frau). Die errechnete Summe wird dann je nach Energiebedarf/Tätigkeit mit 24-32 multipliziert. Für das Abnehmen reduziert man den Multiplikator auf 15-22.

Sport ist für den Diabetiker zusätzlich empfehlenswert. Der Energiestoffwechsel wird zwar erhöht, aber es erhöhen sich gleichzeitig auch die zellulären Insulinrezeptoren. D.h. in der Relation wirkt sich Sport (kein Leistungssport!) positiv auf den Diabetiker aus.