Cholesterinblutfette


 

 

 

 

Cholesterin/Blutfette

 

 

 

 

 

 

Fette sind mit 9kcal/g ein wesentlicher Energielieferant für unseren Organismus. Außerdem gelten sie als hervorragende Geschmacksträger in unserer täglichen Nahrung (und schmecken soll es uns ja auch!) und sind als Ausgangssubstanzen für Zellmembranen und Prostaglandine (Gewebshormone bzw. Mediatoren) von Bedeutung. Die fettlöslichen Vitamine E,A,D,K benötigen Fett, um wirksam werden zu können.

Wir sollten etwa 30% Fette in unserer täglichen Nahrungsaufnahme zu uns nehmen (inklusive aller versteckten Fette in Backwaren, Süßem etc.). Im Idealfall sollten die aufgenommenen Nahrungsfette zu je einem Drittel aus gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Letztere bilden die Grundstoffe für Mediatorstoffe und sind für uns teilweise essentiell.

Fette werden über den Dünndarm mithilfe von Galle und Pankreas-Lipasen in Glycerin und die verschiedenen Fettsäuren aufgespalten. Erst dann werden sie über die Lymphbahnen ins Blut geleitet oder auch in Depots für fettlose oder fettarme Zeiten eingelagert.

 

Bei der Messung und Bestimmung der Blutfette sind folgende Werte von Bedeutung:

 

  • Cholesterin
  • HDL (High-Density-Lipoprotein)
  • LDL (Low-Density-Lipoprotein)
  • Triglyceride (Neutralfette)

 

Blutfette = Lipide > können nicht in Wasser gelöst werden und binden sich deshalb für den Transport im Blut an sogenannte Lipoproteine.

Die Nahrungsfette = Triglyceride = Neutralfette werden also von Chylomikronen, VLDL, LDL und HDL transportiert, damit sie die Blutgefäße nicht verstopfen. Ihr Normwert sollte < 200mg/dl sein.

Cholesterin > zwei Quellen > die körpereigene Herstellung in der Leber und die Aufnahme über die Nahrung > 1g/Tag sind akzeptabel (600-900mg werden neu synthetisiert; tägl. Aufnahme bis etwa 300mg akzeptabel); ein zu hoher Spiegel begünstigt Arterienverkalkung und Herzinfarkt.

 

Cholesterinwerte:              normal             LDL < 135mg/dl  

                                                                      HDL > 40mg/dl

                                             zu hoch           20-30J. > 200mg/dl (gesamt)

                                                                      30-40J. > 220mg/dl

                                                                      40 + J.  > 240mg/dl 

 

Ein wirklich günstiger HDL-Wert von > 65 bei Frauen und > 55 bei Männern senkt deutlich das Risiko einer Areriosklerose!

Cholesterin ist ein wichtiger Baustein für Zellmembranen, Myelinscheiden der Nervenfasern, Vit D Herstellung und verschiedene Hormone wie Aldosteron, Cortisol (NNR), Testosteron (Hoden), Östrogene, Progesteron (Eierstöcke)

 

 

Transport-Lipoproteine:

 

  • Chylomikrone > im Darm gebildet; enthalten Fette und Proteine > über Lymphe ins Blut > zu den Zellen > die Triglyceride werden unterwegs zur Energiegewinnung entzogen
  • VLDL > sehr wenig Eiweiß/viel Fett > transportiert Triglyceride, Cholesterin und Phospholipide von der Leber zu den Geweben > verliert unterwegs so viele Triglyceride, bis es sich in LDL umwandelt
  • LDL > wenig Eiweiß/viel Fett > transportiert Cholesterin von der Leber zu den Geweben > dort Herstellung von Hormonen und Vit D > es kann aber auch Cholesterin ins Blut abgeben, wo es sich dann an den Gefäßwänden ablagert > Arteriosklerose (errechnet sich aus Gesamtcholesterin - HDL - Triglyceride > ideal bis 155; mäßiges Risiko 155-190; hohes Risiko über 190)
  • HDL > viel Eiweiß/wenig Fett > bringt das Cholesterin von den Geweben in die Leber zurück > kann auch Cholesterin aus arteriosklerotischer Plaques aufnehmen > verringert so Gefäßablagerungen (der Wert sollte über 35 liegen)

 

 

Nahrungsfette:

 

  • ca. 30% der Nahrung (d.h.etwa 70-80g bzw. etwa 1g Fett pro kg/Körpergewicht)
  • teils einfach Geschmacksträger - teils essentiell
  • gesättigte FSen > haben Einfachbindungen > alle C-Atome sind mit H-Atomen gesättigt > deshalb nicht reaktionsfreudig > zu ihnen gehören u.a. alle gehärteten Fette, die dann meist direkt in die Fettdepots wandern (oder Energie liefern) > Butter, Kokosfett, Margarine
  • ungesättigte FSen haben 2 C-Atome durch eine Doppelbindung verbunden (oder mehr) > sie sind viel kontaktfreudiger > sie werden bei organischen Bauprozessen eingesetzt und liefern die wichtigen Bestandteile, die unser Körper braucht > alle pflanzlichen kaltgepressten Öle > Olivenöl, Erdnussöl (einfach ungesättigt); Linolsäure (zweifach ungesättigt); Leinöl, Fischöle (mehrfach ungesättigt)
  • P/S-Quotient eines Nahrungsfettes zeigt den ernährungsphysiologischen Wert an > polyunsaturated/saturated > beste Quotienten haben Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Olivenöl
  • Cholesterin > in Eiern, Fleisch, Wurst, Butter, Milchprodukten (v.a. Sahne und Käse)
  • Transfettsäuren sind gehärtete pflanzliche Fette (z.B. zur Margarineherstellung) > in Tierversuchen ergab sich ein höheres Risiko in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen als beim Cholesterin > in vielen Fertiggerichten, Fast Food, Cocktailsaucen, Snacks wie Chips, Würmer etc.

 

 

Ein Mangel an wichtigen essentiellen Fettsäuren (z.B. Linolsäure) kommt selten vor - meist aufgrund von Resorptionsstörungen durch Darmerkrankungen oder nach operativen Verkürzungen des Darms - kann dann aber zu folgenden Symptomen führen:

 

  • trockene und ev. schuppende Haut
  • Infektanfälligkeit
  • schlechte Wundheilung (fehlendes Prostaglandin > Gegenspieler von Entzündungsaktivatoren)
  • Anämie

 

Bei extremem Mangel an Fetten - z.B. bei Frauen mit einer regelrechten Fettphobie - kann es langfristig auch zu einem Fehlen der fettlöslichen Vitamine E,D,A, K kommen.

Empfehlung der DGE > ca. 30% mit überwiegendem Anteil an ungesättigten Fettsäuren.